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“Suchet der Stadt Bestes”
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Liebe Leserinnen, liebe Leser der AS,

In den Monaten der Pandemie haben wir alle „weniger MITEINANDER“ erleben dürfen. Wir haben uns in unsere Wohnungen zurückgezogen. Wir haben, wenn es nicht unbedingt nötig war Kontakte vermieden, und so betrachtet, ist Sozial Distancing eine hässliche Erfahrung, die wir durchlebt haben.

Vor allem für unsere einsamen, isolierten, älteren, womöglich dementen Mitmenschen.

Wir hielten uns fern von unseren Mitbürgern; wir vermieden Berührungen und Umarmungen, gingen auf Abstand, wo immer das möglich und angesagt war. Wir trugen Mundschutz um uns und auch unsere Mitmenschen vor dem Virus zu schützen. Uns fehlte die Geborgenheit!

Aber der Mensch gilt schon seit der griechischen Antike als soziales Wesen, das andere Menschen braucht, um zu werden, was es ist. Aber wir haben in dieser schweren Zeit auch Solidarität erleben dürfen. Wir durften den Geist der Hoffnung auf Leben und Gemeinschaft erleben.

Gerade unseren älteren Mitbürger, aber auch unseren Kinder, fehlte der soziale Austausch. Nun sind viele von uns geimpft und so langsam kehrt unser gewohntes Leben zurück. Wir können nun wieder fast überall ohne Mundschutz einkaufen, zum Frisör gehen, mal wieder mit der Familie oder Freunden in Speise-Lokalen essen und feiern, an Treffen, Stammtischen in unseren Vereinen teilnehmen zum Sport und zum Tanzen oder zurück ins Stadion gehen und in den Urlaub fahren.

Es hat gerade unseren älteren Mitgliedern wieder gut getan nicht mehr allein zu sein. Aber wir haben auch Zusammenhalt erfahren dürfen, in Seniorenheimen gab es Hofkonzerte, es wurden Briefe geschrieben und an unsere Senioren gegeben. Wir haben für unsere Senioren eingekauft und gekocht, telefoniert, wir haben unsere Senioren nicht allein gelassen.

So habe ich mit den Bewohnern im Seniorenheim am Stadtpark ein Koch- und Backbuch erstellt, für die Weihnachtszeit planen wir noch ein drittes Buch mit Weihnachtsgerichten. Durch die Pandemie sind die Kontakte oft sogar stärker und intensiver geworden.

“Wie geht es Dir? -war gerade in dieser Zeit viel ernster gemeint als sonst.

Oft habe ich den Begriff „ SOLIDARITÄT“ gehört. Aber was ist „SOLIDARITÄT“, es ist das soziale Miteinander, die Verbundenheit, es ist das lateinische Wort „solidus“ und meint die zwischenmenschlichen Beziehungen und die gemeinsamen Werte und Überzeugungen.

Wie wertvoll menschliche Nähe ist und wie unverzichtbar und unfassbar wertvoll Beistand ist, haben unsere Seniorinnen und Senioren in dieser für sie und uns alle schweren Zeit erfahren dürfen. Zusammenhalt macht eben doch stark, zusammen sind wir einen guten Schritt zurück in die Normalität gegangen.

Auch ich habe mir oft gesagt, “halte durch! wir schaffen das“.

Ich freue mich, liebe Leserinnen und Leser, Sie nun bald wieder treffen und mit Ihnen diskutieren zu können.

Ihr Jürgen Paul
Redaktionsleiter