Der Kaufmann und die dankbare Maus
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Text Volksgut

Wo heute die Stadt Dortmund steht war früher ein großer Wald. Vor Zeiten musste ein Kaufmann auf der Rückreise diesen durchqueren. Er war müde und niedergeschlagen, denn die Geschäfte waren schlecht gelaufen. Um eine kurze Rast einzulegen setzte er sich auf einen Stein am Wegesrand und kramte sein letztes Stückchen Brot hervor. Seufzend dachte er an seine Familie, die sicherlich schon sehnsüchtig seine Rückkehr erwartete, um wieder Lebensmittel für den täglichen Bedarf einkaufen zu können. Denn es waren allgemein schlechte Zeiten. Als er in das trockene Brot beißen wollte, setzte sich eine kleine Maus direkt vor ihn hin und schaute aus ihren kleinen  Knopfaugen wie bittend zu ihm hoch.

Er bekam Mitleid: Bist wohl ebenso hungrig wie ich – brach ein Stückchen ab und warf es dem Tierchen hin. Dann stand er auf, um aus dem kleinen Bach zu trinken, der aus dem nahen Gebüsch sprudelte. Das Mäuschen war verschwunden, kam aber bald darauf zurück. Aus seinem Loch hatte es ein Goldstück geholt und legte es ihm vor die Füße. Dann sah es ihn abwartend an, bis er einige Schritte zum Eingang des Mauselochs mitging. Wieder kroch die Maus hinein und brachte ihm ein zweites Goldstück. Nun blieb sie wieder abwartend vor ihm sitzen. Schließlich reagierte er und grub und erweiterte das Loch.

Er fand tatsächlich einen vergrabenen Münzschatz, die Not hatte ein Ende. Froh und dankbar machte er sich  auf den Heimweg.

Volksgut
Anmerkung von Ulrike Berkenhoff. In Dortmund wurde tatsächlich 1907 ein großer Goldmünzenschatz gefunden, allerdings bei Bauarbeiten!