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Besuch auf dem Reiterhof von Ewald Schulte auf dem Bürenbruch!
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Text von Jürgen Paul

96 Jahre alt und immer noch schwer aktiv!

Ewald Schulte wurde am 9.07.1925 auf dem damaligen Hof Hedhof geboren. Die Voreltern und Hofeltern kamen einst aus Kalthof und Barendorf schon Anfang des 18. Jahrhundert nach Ergste.

Ewald Schulte erzählte mir bei meinem Besuch aus seinem langen Leben. Nach Abschluss der landwirtschaftlichen Schule in Letmathe, mit 17 Jahren, wurde er mit mehreren anderen Bauernsöhnen zum R.A.D. (Reichsarbeitsdienst) nach Lüdenscheid verpflichtet.

Nach nicht langer Dienstzeit wurden sie plötzlich ausgemustert und zuerst mit dem Zug nach Berlin, dann nach Warschau gebracht. Das war 1942.

In Warschau wurden sie von der Wehrmacht übernommen und ausgebildet. Zum Kriegseinsatz kam er zuerst nach Südfrankreich.

Von dort aus ging es zurück an die Ostfront zur russisch-polnischen Grenze, danach in die Normandie.

Dort kam es dann am 25.08.1944 zur Invasion der Amerikaner, die in der Übermacht waren, und sie wurden zu Kriegsgefangenen. Erst kamen sie in ein französisches Sammellager und anschließend nach England.

Ewald Schulte verbrachte dort 3 Jahre und wurde erst im Juli 1947 entlassen.

Während seiner Gefangenschaft in England wurde der Hof seiner Eltern in Ergste durch einen so genannten Notabwurf durch eine Bombe total zerstört. Splitter der Bombe befinden sich noch heute auf dem Hof. Es gab bei der Bombardierung des Hof´s 5 Tote, darunter waren auch seine Eltern.

Bis 1951 wohnte er dann mit seiner Schwester Else auf dem Steinberg bei Frau Sieberg, bis sein Hof wieder nach und nach bewohnbar wurde.

Am 25.12.1952 heiratete Ewald Schulte Theresia Antonia Stoppelkamp. Die Trauung fand in der Kapelle des katholischen Krankenhauses in Schwerte statt.

1953 kam die erste Tochter zur Welt, zwei weitere sollten folgen, sowie 3 Söhne. Dazu wurden noch 2 Kinder seiner verstorbenen Schwester Else in die Familie aufgenommen.

Mitte der 90er Jahre wurde die Landwirtschaft mit Kühen, Schweinen und Hühnern etc. aufgegeben und der Hof auf Pferdewirtschaft mit Pension und Zucht umgestellt.

Der Hof wird Heute von seinem ältesten Sohn Friedrich-Wilhelm geführt.

Ewald Schulte ist trotz seines hohen Alters noch immer aktiver Pferdezüchter und füttert seine Pferde aber auch 3 Schweine und einige Hühner täglich.

Ein enger Freund ist der ehemalige Landwirt und Ratsherr Bernhard Vickermann. Viele Ergster erinnern sich noch heute an die vielen Sommerfeste auf Vickermanns Hof.

Aus dem heutigen Ewald Schulte Hof ist eine bekannte Reitanlage geworden, auf der Turniere stattfinden und viele Kinder schon reiten gelernt haben.

Der Hof ist seit Generationen in Familienbesitz und so wird der Hof auch geführt, familiär und freundlich.